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Dieser Artikel bezieht sich auf den Verkauf in: Vereinigtes Königreich

Textilkennzeichnungsverordnung

Die Verordnung (EU) 1007/2011 (die "Textilkennzeichnungsverordnung") enthält Anforderungen in Bezug auf den Verkauf von Textilien in der EU. Die Anforderungen beziehen sich auf die Bezeichnungen von Textilfasern, die Etikettierung von Textilprodukten und die Analysemethoden zur Überprüfung der Angaben auf Etiketten und Kennzeichnungen.

Wenn Sie Textilprodukte verkaufen, müssen Sie die Anforderungen der Textilkennzeichnungsverordnung einhalten. Sie müssen außerdem alle in den Mitgliedstaaten geltenden nationalen Gesetze und Vorschriften einhalten, die die Textilkennzeichnungsverordnung ergänzen.

Dieses Material dient nur zu Ihrer Information und Sie sollten es nicht als Ersatz für eine Rechtsberatung betrachten. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Fragen zu den mit Ihrem Produkt verbundenen Gesetzen und Verordnungen an einen Rechtsbeistand zu wenden.

Für welche Produkte gilt die Textilkennzeichnungsverordnung?

Die Textilkennzeichnungsverordnung gilt für Produkte, die ausschließlich aus Textilfasern bestehen, und für Produkte, die genauso behandelt werden wie Textilprodukte. Beispielsweise Produkte, deren Gewicht zu mindestens 80 % aus Textilfasern stammt (einschließlich Möbel, Schirme und Sonnenblenden).

Beispiele für Textilprodukte reichen von Kleidung über Tischdecken, Gürteln und Bändern bis hin zu künstlichen Blumen.

Produkte, die an Personen vergeben werden, die zu Hause arbeiten, an unabhängige Unternehmen oder an selbstständige Schneider, sind vom Geltungsbereich der Textilkennzeichnungsverordnung ausgenommen.

Wer hat Verpflichtungen im Rahmen der Textilkennzeichnungsverordnung?

Die Textilkennzeichnungsverordnung gilt für den Hersteller von Textilprodukten. Sie sind der Hersteller, wenn Sie ein Produkt herstellen oder es entwickeln oder herstellen lassen, und Sie es unter Ihrem Namen oder Ihrer Marke vermarkten.

Wenn es keinen in der EU ansässigen Hersteller gibt, gelten im Rahmen der Textilkennzeichnungsverordnung Verpflichtungen für Importeure. Sie sind ein Importeur, wenn Sie in der EU ansässig sind und ein Produkt aus einem Drittland in die EU zum Verkauf oder zur Lieferung anbieten.

Sie sind ein Händler, wenn Sie Produkte zum Verkauf oder zur Lieferung in der EU zur Verfügung stellen, aber kein Hersteller oder Importeur sind. Händler werden im Sinne der Textilkennzeichnungsverordnung als Hersteller behandelt, wenn sie ein Produkt unter ihrem Namen oder ihrer Marke zum Verkauf anbieten, das Etikett selbst anbringen oder den Inhalt des Etiketts ändern.

Was sind die wichtigsten Verpflichtungen im Rahmen der Textilkennzeichnungsverordnung?

Textilprodukte müssen gemäß der Textilkennzeichnungsverordnung gekennzeichnet, markiert oder mit den erforderlichen Handelsdokumenten versehen sein. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele für diese Anforderungen:

Etikettierung:

Hersteller müssen sicherstellen, dass Textilprodukte auf robuste, leicht lesbare, sichtbare und zugängliche Weise korrekt etikettiert oder mit einer Angabe ihrer Faserzusammensetzung gekennzeichnet sind. Alle Etiketten müssen sicher angebracht sein. Wenn der Hersteller nicht in der EU ansässig ist, liegt dies in der Verantwortung des Importeurs. Vertriebspartner müssen sicherstellen, dass Textilprodukte mit der gemäß der Textilkennzeichnungsverordnung erforderlichen Etikettierung versehen sind.

Bestimmte Produkte müssen spezielle Kennzeichnungsvorschriften einhalten, die in Anhang IV der Textilkennzeichnungsverordnung aufgeführt sind. Dazu gehören insbesondere Miederwaren, ausgebrannte Textilerzeugnisse, Garne, Samt- und Plüschtextilien (oder Textilien, die Samt oder Plüsch ähneln) und Bodenbeläge und Teppiche (bei denen die Grundschicht und die Nutzschicht aus unterschiedlichen Fasern zusammengesetzt sind).

Anmerkung: Wenn ein Produkt zwei oder mehr Textilbestandteile mit unterschiedlichen Textilfasern enthält, muss es mit einem Etikett oder einer Kennzeichnung versehen sein, aus dem die Art der Textilfasern für die einzelnen Komponenten hervorgeht. Die Etikettierung darf nicht irreführend sein und muss so erfolgen, dass der Verbraucher sie leicht nachvollziehen kann.

Etikettierung und Kennzeichnung müssen in der/den offiziellen Sprache(n) der Länder verfasst sein, in denen das Produkt verkauft wird. Nähgarne, Stopfgarne oder Stickgarne, die auf Spulen, Fadenrollen, in Strähnen, Knäueln oder sonstigen kleinen Einheiten angeboten werden, sind von den Sprachenanforderungen ausgenommen. Werden solche Erzeugnisse einzeln verkauft, können sie in einer beliebigen Amtssprache der Organe der Union etikettiert oder gekennzeichnet sein, sofern sie auch eine "globale Etikettierung" aufweisen.

Es gibt einige Ausnahmen:

  • Für bestimmte in Anhang VI aufgeführte Textilerzeugnisse kann eine globale Etikettierung verwendet werden (die Verwendung eines einzelnen Etiketts für mehrere Produkte oder Komponenten), wenn sie von der gleichen Art sind und die gleiche Faserzusammensetzung aufweisen. Beispiele sind Gürtel, Schnürsenkel, Krawatten und Fliegen für Kinder, Taschentücher.
  • Andere in Anhang V der Textilkennzeichnungsverordnung aufgeführte Textilerzeugnisse unterliegen nicht den obligatorischen Kennzeichnungs- oder Markierungsvorschriften. Beispiele sind künstliche Blumen, Gamaschen, Kosmetiktäschchen, Hemdsärmelhalter, Etiketten und Abzeichen, Nadelkissen und Eierwärmer.

Zusammensetzung:

  • Für die Beschreibung der Faserzusammensetzung von Textilprodukten müssen die in Anhang I der Textilkennzeichnungsverordnung aufgeführten Textilfasern verwendet werden (z. B. Baumwolle ist eine "Faser aus den Samen der Baumwollpflanze (Gossypium)".
    • Hersteller oder in ihrem Namen handelnde Personen können bei der Kommission die Aufnahme eines neuen Namens für Textilfasern in die Liste in Anhang I beantragen. Diesem Antrag muss ein technisches Dossier beigefügt sein (gemäß den Anforderungen in Anhang II der Textilkennzeichnungsverordnung).
  • Die Bezeichnungen "100 %", "rein" oder "ganz" dürfen nur verwendet werden, wenn ein Textilprodukt ausschließlich aus einer Faser besteht.
  • Die Bezeichnung "Schurwolle" (und Übersetzungen in entsprechende Sprachen der Mitgliedstaaten gemäß Anhang III) darf nur verwendet werden, wenn das Produkt ausschließlich aus einer Wollfaser besteht:
    • die niemals in einem Fertigerzeugnis enthalten war
    • die keinem anderen als dem zur Herstellung des Erzeugnisses erforderlichen Spinn- und/oder Filzprozess unterlegen hat
    • die keiner faserschädigenden Behandlung oder Benutzung ausgesetzt wurde
  • Textilprodukte, die aus verschiedenen Fasern bestehen, müssen mit dem Namen und dem Prozentsatz des Gesamtgewichts aller enthaltenen Fasern in absteigender Reihenfolge etikettiert oder gekennzeichnet werden.
  • Das Vorhandensein von nichttextilen Teilen tierischen Ursprungs (z. B. Lederriemen auf einer Tasche aus Stoff) in Textilprodukten muss mit dem Zusatz "Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs" gekennzeichnet werden.

Bestehen weitere Verpflichtungen?

Für Hersteller, Importeure und Händler von Textilien gelten zudem Pflichten, die aus der allgemeinen Richtlinie für Produktsicherheit hervorgehen.

Gemäß der allgemeinen Richtlinie für Produktsicherheit gelten auch Verpflichtungen für "Produzenten". Ein Produzent ist ein in der EU ansässiger Hersteller oder, falls kein in der EU ansässiger Hersteller vorhanden ist, sein Importeur oder Vertreter in der EU.

Produzenten müssen folgende Verpflichtungen einhalten:

  • Produzenten müssen sicherstellen, dass sie nur sichere Produkte verkaufen oder liefern.
  • Produzenten müssen den Kunden relevante Informationen zur Verfügung stellen, damit sie das mit einer normalen oder nach vernünftigem Ermessen vorhersehbaren Verwendung eines Produkts einhergehende Risiko einschätzen können. Dies umfasst die Ergreifung von Maßnahmen zur Information der Verbraucher über Risiken und das Ergreifen angemessener Maßnahmen, einschließlich der Rücknahme von Produkten vom Markt, der Warnung von Kunden oder, falls nötig, dem Rückruf, um Risiken zu vermeiden.
  • Produzenten müssen ihre Daten (Name, Adresse usw.) auf dem Produkt oder der Verpackung angeben.
  • Produzenten sollten die Marktüberwachungsbehörden informieren, wenn sie wissen oder auf der Grundlage von ihnen vorliegenden Informationen wissen sollten, dass ein Produkt eine Gefahr für die Verbraucher darstellt, da es die allgemeinen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt.
  • Produzenten müssen auf Anfrage mit den Marktüberwachungsbehörden zusammenarbeiten, um Risiken zu vermeiden, die durch die von ihnen gelieferten Produkte entstehen.

Für Vertriebspartner gelten folgende Verpflichtungen:

  • eine allgemeine Sorgfaltspflicht hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen
  • eine Verpflichtung zum Informieren der Marktüberwachungsbehörden, wenn sie wissen oder auf der Grundlage von ihnen vorliegenden Informationen wissen sollten, dass ein Produkt eine Gefahr für die Verbraucher darstellt, da es die allgemeinen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt.
  • eine Verpflichtung, auf Anfrage mit den Marktüberwachungsbehörden zusammenzuarbeiten, um Risiken zu vermeiden, die durch die von ihnen gelieferten Produkte entstehen.

Zusätzliche Informationen

Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, die Website der Europäischen Kommission zu besuchen, um weitere Informationen zur Textilkennzeichnungsverordnung zu erhalten:

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